Was ist ...

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Heilpädagogik

Die Heilpädagogik zeichnet sich durch ihre ganzheitliche Sicht des Menschen aus. Der ganze Mensch wird mit seinen Fähigkeiten, Problemen und Ressourcen eingebettet in seinem sozialen Umfeld als bio-psycho-soziale Einheit betrachtet.

Aufgabe der Heilpädagogik ist es, die vorhandenen Schwierigkeiten und somit Herausforderungen des einzelnen Menschen unter der ganzheitlichen Betrachtung seines Selbst zu analysieren und individuelle Entwicklungspläne zu erstellen.

Mithilfe angemessener therapeutischer Methoden soll der Einzelne in seiner Ganzheitlichkeit motiviert und in seiner Persönlichkeitsentwicklung und Eigenständigkeit, in seinen sozialen und emotionalen Fähigkeiten und in seinem Bildungsstand gefördert und unterstützt werden.

Dazu gehört ebenfalls die gezielte Beratung und Betreuung von Angehörigen oder anderen Erziehungsbeteiligten v.a. in konkreten Konfliktsituationen.

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Gestaltpädagogik

„Veränderung findet dann statt, wenn man wird, was man ist und nicht, wenn man versucht zu werden, was man nicht ist.“


Die Vertreter des gestaltpädagogischen Ansatzes wie Perls und Goodman stellen die Förderung des „persönlichen Wachstums“ in den Vordergrund ihrer Theorien. Die Fähigkeit zum „persönlichen Wachstum“ ist für Perls und Goodman neben anderem vor allem in der spontanen Fähigkeit zum vollen Kontakt begründet. Die Wirkung dieser Kontakte drückt sich in einer Erweiterung der eigenen Denk-, Fühl- und Handlungsspielräume aus.

Folgende Kontaktebenen werden in der Gestaltpädagogik mit kreativen Materialien aktiviert und bearbeitet:

  1. Kontakt zu mir selbst - mit den Zielen:
    1. Umbewertung von Situationen
    2. Erkennen von komplexen Familienbotschaften
    3. Erweiterung des Wahrnehmungsspielraums
    4. Bewusstwerdung der Elemente des persönlichen Konstruktionssystems
    5. Neuorganisation seines Selbstkonzeptes (Zu-sich stehen, Loslassen, Empathie)
    6. Den eigenen Anteil in Situationen und Beziehungen erkennen
    7. Größeres Vertrauen in eigene Empfindungen und Urteile setzen
    8. Förderung von Verantwortungsübernahme
    9. Verringerung der Kluft zwischen unrealistischem Selbstbild und überzogenen Anforderungen an die eigene Person
    10. Persönliche Profile, d.h. Limitierungen und besondere Stärken berücksichtigen
    11. Positive und optimistisch besetzte Veränderung des Empfindens der eigenen Situation und Entwicklungsmöglichkeiten
    12. Verstärktes Wahrnehmen von Körpersignalen, Emotionen und Intuitio

  2. Kontakt zu anderen – mit den Zielen:
    1. Erkennen eigener Muster im Umgang mit anderen
    2. Erweiterung der Personenwahrnehmung
    3. Erhöhung der Akzeptanz, Empathie und Kongruenz (Abbau der an äußerlichen Normkonzepten orientierten Fremdsteuerung)
    4. Aufbau einer personenzentrierten Haltung (Was und Wie jemand etwas sagt.)
    5. Erweiterung der Fähigkeit, Kommunikationsstrukturen zu durchschauen (aktives Zuhören)
    6. Übernahme von Formen veränderter Gesprächsführung (Prozessreflexion)
    7. Entwicklung der Fähigkeit zur Abgrenzung (differenziertes Betrachten der verschiedenen beteiligten Ebenen und in Beziehung zu den eigenen Bedürfnissen setzen)
    8. Gruppe als soziale Heimat und Auftankstatio

  3. Kontakt zum Thema – mit den Zielen:
    1. ganzheitliches Lehren und Lernen
    2. Beachtung der Beziehungsprozesse
    3. Personenzentriertes Arbeiten an Sachthemen
    4. „dynamische Balance“ (Cohn) zwischen Ebenen im Lehr-, Lernprozeß beachten
    5. Erweiterung der methodischen Phantasie
    6. experimentelle Haltung

  4. Kontakt zur Umwelt („Globe“)

Die Auszeichnung der Gestaltpädagogik liegt darin, dass mithilfe kreativer Medien innere Prozesse aktiviert werden, die sich in den Vordergrund „drängen“. Teile der eigenen Persönlichkeit und des eigenen Innenlebens werden erkennbar und ausgedrückt. „Mit sich selbst und anderen in Kontakt treten“ bedeutet sich selbst bzw. andere bewusst wahrzunehmen, aktiv zu hören, zu spüren und sich jeder Bewegung bewusst zu werden bzw. zu sein. Dann erspürt der Mensch sich selbst und seine Empfindungen, Erlebnisse und Gedanken finden eine neue Bedeutung. Sie schlagen neue bzw. andere Wege ein und wirken anders als bisher.

Folgende Medien werden angewandt:

  • Materialmedien (Collage, Farben, Ton,…)
  • Technische Medien (Musik, Bild, Text,…)
  • Handlungsmedien (Rollenspiel, Bewegung, Meditation…)
  • Personale Medien (Einzelpersonen, Gruppe…)
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Unterstützte Kommunikation

Es geht um Menschen, ...
  die keine Lautsprache besitzen
  die einen eingeschränkten Wortschatz zur Verfügung haben
  die der deutschen Sprache nicht mächtig sind
  für die eine Visualisierung von Worten und Aussagen eine Unterstützung darstellt.

Pädagogische Schritte sind:
(Nach dem Partizipationsmodell v. David Beukelman & Pat Mirenda, 1988, 1998)

1. Schritt:

Sammeln von Grundlagendaten
„Wie drückt er/sie Was und Wozu aus?“

2. Schritt:

Kommunikationsmuster in einer ausgewählten Situation einschätzen
„Gibt es eine besondere Situation, in der die Kommunikation beeinträchtigt ist?“

3. Schritt:

Wo liegen die Probleme?
„Besteht ein Mangel an Gelegenheiten zur Kommunikation oder sind zu wenig geeignete Kommunikationshilfen vorhanden?!“

4. Schritt:

Interventionen planen

a) Welche Gelegenheiten der Kommunikation und Verständigung sollen geschaffen werden?

  •  
    • Stunden-, Zeitpläne, Aktivitätenliste, Essensplan
    • Einzelne Situationen durch Bilder begreiflicher machen
    • Lernprozesse initiieren: Begriffe, Differenzierungen, Zuordnungen…
    • Sprachliche Unterstützung
    • Spezifische Themen aufarbeiten, darüber kommunizieren
    • Gedächtnisstütze und Orientierungshilfe

b) Welche Kommunikationshilfen werden benötigt?

  •  
    • Auswahl an Fotos, Farbbilder, Pictogramme oder PCS-Symbole
    • Auswahl und Aufbau eines Grundwortschatzes
    • Themen-, Situationstafeln oder einzelne Bildkarten
    • Übung der Kommunikation

5. Schritt:

Integration in den Alltag und Reflexion

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Altenbetreuung

  1. Biografiearbeit: Vertrautes bietet Sicherheit

    In der Betreuung und Pflege von älteren und/oder behinderten Menschen bietet das Angebot von aktuellen Handlungen und Ritualen, die mit früheren Erfahrungen assoziiert werden können und an Lebensgewohnheiten erinnern, Sicherheit. Um die Sinneszusammenhänge auszulösen, müssen vorerst Lebensgewohnheiten, frühere Rituale und Abneigungen eruiert werden. Ein strukturiertes Angebot dafür bietet die Biografiearbeit im Speziellen die Sensobiografie auf basaler Ebene.

  2. Basale Aktivierung und Kinästhetik

    Da die Fernsinne im Alter schwächer werden, sind viele ältere Menschen auf die Nahsinne (Bewegung, Köperwahrnehmung, Lageempfindung) angewiesen, um ihre eigene Position in der neuen Umgebung wahrzunehmen und zu erkennen. Durch Beachtung gewisser Prinzipien in der Betreuung und Pflege kann
    • negativen Sinneserfahrungen entgegengesteuert werden
    • die Wahrnehmung von eigenen Körpergrenzen gefördert werden
    • der motorische Abbauprozess verlangsamt werden
    • an bekannten Ritualen und Bewegungen angeknüpft werden
    • dem ältern Menschen die neue Umgebung erfahrbar gemacht werden.

  3. Visuelle Gestaltung von Räumen und Wegen

    Welche Veränderungen müssten wie durchgeführt werden, dass beeinträchtigt sehende und behinderte Menschen sicher ihre Wege, Räume und Ziele erreichen können? Schriftgröße, Objektgröße und Entfernungen, Farbkombinationen und viele andere Elemente spielen dabei eine wichtige Rolle. Spezielle Gestaltungselemente unterstützenden älteren und/oder behinderten Menschen in seiner Orientierung und Bewegungsfreiheit.

  4. Kommunikation

    Kommunikation mit dementen, verwirrten, zeitlich unorientierten Menschen gestaltet sich in der Betreuung und Pflege sehr schwierig. Der Ansatz der Validation (n. Naomi Feil) und weitere Kommunikationsmodelle bieten eine Vielzahl von praktischen und strukturierten Ideen für verschiedene Gesprächssituationen.

  5. Trauerbegleitung, Lebens- und Sterbebegleitung

    Wie kann ich mit dem betroffenen Menschen den Tod eines Angehörigen aufarbeiten? Wie spreche ich mit einem sterbenskranken Menschen über seine Ängste, Fragen und Wünsche? Wie kann ich für trauernde, ältere und sterbende Menschen da sein?